Tipps zum Urlaub mit Allergien

Als Vorbereitung zu Ihrer Reise sollten Sie sich erkundigen, ob es in Ihrem Urlaubsland Stoffe (Allergieauslöser) gibt, die bei Ihnen Allergien auslösen. Auf Basis dieser Informationen (z.B. Pollenflugkalender, Polleninformationen) sollten Sie den Zeitpunkt und die Aktivitäten Ihrer Reise planen. Und Medikamente nicht vergessen!

Wenn die Gefahr einer schweren allergischen Reaktion (schweren Anfalles), eines so genannten anaphylaktischen Schocks besteht, lassen Sie sich von Ihrem Arzt ein Notfallbesteck zur Soforttherapie verschreiben und sich zeigen, wie man damit umgeht. Informieren Sie sich außerdem mit der ärztlichen Notfallversorgung während der Reise und an Ihrem Reiseziel.

Achtung: Kortison plus intensive Sonnenbestrahlung führt zu einer Schwächung des Immunsystems. Fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie das Kortison während Ihres Urlaubs absetzen oder die Dosis verringern können. Falls das nicht geht, müssen Sie zu starke Sonnenbestrahlung vermeiden: Langärmlige Oberteile und lange Hosen tragen, Hut aufsetzen, keine Sonnenbäder!

Beachten Sie auch, dass einige Medikamente gegen Allergien Ihre Aufmerksamkeit und Fahrtauglichkeit beeinträchtigen.

Sollten Sie Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten haben, so ist eine sehr sorgfältige Abklärung der Speisen - insbesondere bei unbekannter, ausländischer Küche - unverzichtbar! Besorgen Sie sich ein Wörterbuch in der Landessprache und fragen Sie bei jedem Essen, ob Nahrungsmittel verwendet werden, gegen die Sie allergisch sein könnten. Grundsätzlich sollten Sie bei gemischt zubereiteten Mahlzeiten (z.B. Soßen aus Gewürzmischungen, exotischen Früchten und Gemüse, etc.) besser zurückhaltend sein (v.a. Patienten mit Urtikaria und Quincke-Ödem). Im Zweifelsfall lieber auf ein Essen verzichten, als ein Risiko eingehen!

Unterstützung erhalten Sie durch den Sprachführer des Europäischen Verbraucherzentrums in Kiel. In der Broschüre findet man die Bezeichnungen für die gängigsten Allergieauslöser unter den Lebensmitteln in fast allen Amtsprachen der Europäischen Union sowie in Türkisch. Außerdem enthält der Sprachführer vorgedruckte Karten, auf welchen in der jeweiligen Sprache "ich bin allergisch gegen ..." geschrieben steht. Nun muss man nur noch die Übersetzung nachschlagen, und sie auf der Karte eintragen. Auf der Rückseite der Karte findet man jeweils die Notrufnummern des bereisten Landes. Der Allergieführer ist beim Europäischen Verbraucherzentrum in Bozen (Brennerstraße 3, Tel. 0471-980939) erhältlich, oder wird bei Einsendung eines mit 0,85 € frankierten Rückumschlages zugesandt.
Der Deutsche Allergie- und Asthma-Bund bzw. die Geschäftsstelle in Mönchengladbach hält für die Reiseplanung eine Broschüre mit allgemeinen Tipps für Allergiker sowie einer Linksammlung bereit. Der "Ratgeber Reisen" kann telefonisch (02161/81 49 40), per Fax (02161/81 49 43 0) oder E-Mail bestellt werden.

Haben Sie eine Unterkunft gewählt, die Allergiker-Zimmer anbietet, so sollten Sie nachfragen, was dieses genau bedeutet, da es kein geschützter und einheitlich verwendeter Begriff ist. Z.B. sollte darunter fallen, dass die Zimmer Teppiche oder die Betten Allergikerbezüge haben und ob es Nichtraucherzimmer gibt.